“Städtebau” ist in der Schweiz dasjenige, was man in einem weissen 1:500-Modell sehen kann: wie sich das vorgeschlagene Volumen zur Morphologie der angrenzenden Bebauung verhält, welche räumlichen Beziehungen das sogenannte “Haus” mit dem Gefüge seiner Umgebung, mit der sogenannten “Stadt” eingeht. Regelmässig wird in Wettbewerben verlangt, den Umriss des Neubaus in einen Übersichtsplan einzuzeichnen. Dabei werden die Baumassen schwarz und die Aussenräume weiss dargestellt: eine Figur - Grund - Grafik entsteht, welche nochmals die Überprüfung der erwähnten Zusammenhänge erlaubt. Damit ist der “Städtebau” erledigt und man darf zum architektonischen Objekt übergehen. Niemand weiss so genau was heutzutage eine “Stadt” ist, und es ist gewiss nicht etwas, was man bauen kann wie ein Haus. Die Beschränkung des Sprachgebrauches wirft aber eine andere Frage auf: Könnte es sein, dass der Mainstream der Schweizer Architektur einige der brisantesten und aufregendsten Themengebiete unseres Berufes links liegen lässt?
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