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DIE VERMASSUNG DES ALLTAGS    
   

Der soziale Wohnungsbau - in den Niederlanden spricht man von “Volkshuisvesting”, Volksbehausung - ist ein Phänomen der industriellen Disziplinargesellschaften: Er richtet eine fürsorglich überwachende Sozialpolitik ein, seine Grundrisse rationalisieren das häusliche Milieu der Kleinfamilie, er kennt eine planwirtschaftlich organisierte, serielle Produktionsweise. Seinem Wesen entspricht ein Städtebau, welcher die verschiedenen Milieus der Disziplinargesellschaft - Fabriken, Familien, Altersheime, Erholung, Gefängnisse - getrennt voneinander im Raum verteilt. Die Krise der Disziplinargesellschaften am Übergang zu den Kontrollgesellschaften des Informationszeitalters äussert sich in den Niederlanden in immer neuen Reformen des Wohnungsbauapparates, welche bis anhin allerdings eher sein Erscheinungsbild denn seine Arbeitsweise verändert haben.

Vollständiger Text (PDF)

 

Publikation: Werk, Bauen und Wohnen 5/2001
Literaturhinweise:
Gilles Deleuze: "Post-scriptum sur les sociétés de contrôle" in L'autre journal 1, Mai 1990
Noud de Vreeze: Woningbouw, inspiratie & ambities, NWR Almere 1993
Carel Weeber und Wouter Vanstiphout:: Het Wilde Wonen, Rotterdam 1998
MVRDV: Farmax, 010 Publishers, Rotterdam 1998

     

Ein System zum Vermessen alltäglicher Handlungen

   
         
Tunnelschalungen rationalisieren den Wohnungsbau  

Tunnelschalungen rationalisieren den Wohnungsbau