Aufgrund des preisgekrönten Wettbewerbsprojektes „Underground“ wurden die Architekten Martijn van den Ban (NL), Valéry Didelon (F), Christelle Gualdi (F), Urs Primas (CH) und Ed Ravensbergen (NL) im Sommer 2000 zur niederländischen Ausstellungsreihe „Groepsportretten 2000“ eingeladen. In der Folge gründeten sie „Le Zoom“, ein Label für urbane Projekte. Le Zoom organisierte zwei Ausstellungen zu städtebaulichen Fragen, „Imagine Den Bosch“ und „Hilverzoom 2030“. Der holländische Architekturboom der späten neunziger Jahre erwartete von jungen Architekten schnelle, coole und lustige Projekte. Kritik war plötzlich komplett out. „Bedeutet das aber tatsächlich, dass wir uns keine Sorgen mehr zu machen brauchen, dass wir das Denken am besten gleich ganz bleiben lassen?“ fragte sich Le Zoom. Wäre nicht auch in der Architektur die Zeit reif für eine Kritik des verführerischen Bildes, wie sie Oliviero Toscani mit seinen Arbeiten für Benetton in der Werbung unternommen hatte?
Le Zoom entwickelte mit den beiden Ausstellungen eine Art städtebauliche Science-Fiction, eine Kombination aus Texten, Storyboards, Visualisierungen und Architekturprojekten: „Architekten heute sind keine Baumeister mehr, aber auch nicht die aggressiven, avantgardistischen Visionäre des Maschinenzeitalters. Wir sind Kommunikatoren, genauso wie Grafikdesigner, Art Directors oder Autoren.“ Gute Science Fiction darf aber nicht einfach Zukunftsvisionen anpreisen: nur wenn sie die in der Gegenwart angelegten Möglichkeiten offenlegt, sich ihren Faszinationen hingibt, aber auch ihre Schattenseiten ausleuchtet kann sie als Kritik dieser Gegenwart nützlich und fruchtbar werden...
2002 war das vorläufige Ende von Le Zoom: Valéry Didelon und Christelle Gualdi verliessen die Niederlande und kehrten nach Frankreich zurück. „Boba Fett“, ein Wettbewerbsprojekt, welches Urs Primas zusammen mit Arbeitskollegen aus dem Büro Bosch Architects in Amsterdam entworfen hatte schlug neue Konzepte für den Schweizer Wohnungsbau vor und sorgte in Zürich für Aufsehen. In der Folge gewann Urs in Zusammenarbeit mit Proplaning AG und der Generalunternehmung Batigroup AG einen Studienauftrag für die Erneuerung einer Wohnsiedlung - „Three is a Crowd“ - und gründete Anfang 2003 in Zürich das Büro UP.
UP ist ein Architekturbüro - wir entwerfen Wohnhäuser, Schulhäuser, Bürogebäude oder Interieurs. Ausgangspunkt ist dabei oft eine eigenwillige Analyse des Programms – wie etwa beim Projekt „Svalutation“ wo wir, in Zusammenarbeit mit Jens Studer, spezielle Kleinwohnungen für alternde Achtundsechziger entwickelt haben. Ein zweites Tätigkeitsfeld des Büros sind städtebauliche Studien, Planungen und Zukunftsszenarien wie zum Beispiel „Agglo Agro“, ein Projekt das sich mit der Zukunft von Landwirtschaftsgebieten in der Schweiz befasst. Bei solchen, im Grenzgebiet von Kommunikation und Planung angesiedelten Aufgaben knüpfen wir an die von Le Zoom entwickelten Arbeitsmethoden an und versuchen, sie für den jeweiligen Auftraggeber fruchtbar zu machen.

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